Ein Mann und eine Frau, entkleidet und in einer engen Umarmung vereint, die Körper mit einer Schnur aneinander gefesselt. Das Bett auf dem sie liegen, ist blutdurchtränkt, davor auf bizarre Weise drapiert die Nachtwäsche der beiden Opfer. Dieser schaurige Anblick bietet sich Nils Trojan und seinem Team, als sie in der Wohnung eintreffen, in der sich das grauenhafte Verbrechen ereignet hat. Welcher kranke Geist hat hier gewütet? Wie weit geht Hass, dass er einen Menschen zu einer solchen Tat verführt? Trojan ist schockiert, als ausgerechnet Theresa Landsberg, die Frau seines Chefs, in den Kreis der Verdächtigen gerät. Er will nicht an ihre Schuld glauben, und doch weiß er, dass er jede Spur verfolgen muss. Denn soeben wurde ein weiteres Liebespaar tot aufgefunden...
Da ich bereits von „Das Hexenmädchen“ sehr angetan war,
musste ich natürlich einen weiteren Fall von Nils Trojan lesen. Die
„Totentänzerin“ ist zwar eigentlich sein dritter Fall, da ich allerdings auch
mit dem vierten angefangen hatte, kannte ich schon ein paar Beteiligte. Die
Reihenfolge dabei ist mir nicht weiter wichtig. Der Protagonist hat jedes Mal
einen anderen Fall zu lösen, jedoch sind es immer dieselben Charaktere, die
sich zwar natürlich auch weiterentwickeln, man blickt allerdings auch ohne
weitere Vorkenntnisse durch.
Diesmal wird Trojan zu einem Tatort gerufen, wo er gleich
zwei Leichen vorfindet. Ein grauenhaftes Bild. Eine Frau und ein Mann,
übereinander, als ob der Täter sie gerade beim Liebesspiel überrascht hat. Dem
Mann wurde der Schädel eingeschlagen und der Frau die Pulsadern aufgeschnitten.
Nicht nur, dass der Täter oder die Täterin seine oder ihre Opfer mit einer
Wäscheleine aneinander gekettet hat, die Ermittler stoßen auch auf weitere
Ungereimtheiten am Tatort. Trojan beginnt sofort mit seinen Ermittlungen und
die Spuren führen zu der Frau seines Chefs. Sie muss irgendetwas mit den Morden
zu tun haben und schon bald darauf geschehen die nächsten Morde und wieder
scheint die Frau darin verwickelt zu sein.
Es war wieder einmal sehr spannend dem Protagonisten bei
seinen Ermittlungen über die Schulter zu schauen. Nils Trojan wird mir immer sympathischer. Er ist für mich ein Sinnbild eines Ermittlers
bei der Mordkommission. Durch seine viele und nervenaufraubende Arbeit, gelangt er
psychisch an seine Grenzen und muss sich sogar in Therapie begeben, da er von
Panikattacken übermannt wird. Aber auch sein Privatleben wird dadurch arg
vernachlässigt. Für seine Tochter hat er kaum Zeit und wenn er mit ihr schon
mal verabredet ist, hat er es meist am selben Tag wieder vergessen. Er ist sehr
eifrig und geht mit größter Hingabe an seinen Job, wobei er auch gern mal die
Vorschriften missachtet und auf eigene Faust ermittelt.
Wieder hat mich der Schreibstil des Autors total überzeugen
können und durch die verschiedenen Blickwinkel wird die Spannung stätig
gehalten. Auch die Charaktere um Trojan haben mir wieder sehr gut gefallen.
Jedoch hätte ich mir gewünscht, dass der ein oder andere Ermittlerkollege etwas
näher beleuchtet wird.
Natürlich habe ich zusammen mit Trojan ermittelt und meine
eigenen Theorien zu Täter und Motiv aufgestellt. Jedoch wurde diese mehrfach
wiederlegt. Bis zum Schluss tappte ich also im Dunkeln und war wieder sehr
überrascht über die Aufklärung der Mordfälle.
Fazit: Wieder einmal konnte mich Max Bentow mit einem weiteren
Nils Trojan-Fall vollkommen überzeugen. Ich bin sehr gespannt, an welchen
Tatorten er noch so ermittelt und freu mich schon, ihm wieder über die Schulter
zu schauen.
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